Meine Feiertage verflogen in Windeseile.
Als ich am Samstag aufwachte, glaubte ich zu zerbrechen. Mein Hals war geschwollen und tat weh. Aus meiner Nase tropfte es und mein Kopf pochte wild. Ans Aufstehen war da nicht zu denken, aber der Magen wollte nun mal gefüllt werden. Nach einem guten Frühstück mit MelC musste erst einmal ein “Aufputschmittel” her gegen die Kopfschmerzen. Dann verabschiedete sich MelC und ich blieb alleine.
Ich hatte noch jede Menge Zeit, um mich auf den Weg zu einer Weihnachtsfeier zu machen, zu der ich eingeladen war. Meine ehemalige Vermieterin, die um einiges Älter ist als ich (nämlich bald 66), hatte mich überraschend eingeladen. So wartete ich in meinem Zimmer. Die Zeit wollte nicht vergehen. Das einzige was lief war meine Nase.
Ich versuchte mich zu beschäftigen. Viel ging natürlich nicht. Ich war ja krank! Während ich im Netz surfte, hämmerte es weiter gegen meine Schläfen. Hier und da laß ich von Berichten über Weihnachten, Heilig Abend, Familienfest etc. und je mehr ich davon laß, desto mehr fühlte ich mich schlecht. MelC war bei ihrer Familie und meine Schwester und Mum trafen sich mit dem Rest der Familie bei meiner Tante. Alle saßen sie zusammen.
Nur ich war allein.
Eigentlich habe ich nichts dagegen alleine zu sein. Im Gegenteil. Ich kann dann endlich vieles machen, wofür ich sonst keine Zeit habe. Aber die Vorstellung, dass an diesem Tag jeder oder viele sich mit ihren Liebsten treffen und ich nun alleine bin, machte mir zu schaffen. Ich glaube aber, es lag eher daran, das ich krank war. Dann bin ich nämlich noch sensibler, als ich es sowieso schon bin. Ich lasse mich nicht hängen, wenn ich krank bin. Mein Vater sagt immer: “Wenn du krank bist, musst du aufstehen und so tun als gehe es dir gut. Beweg dich!” Das hat mir bisher immer geholfen. Aber ich bin sensibler was Empfindungen an geht. Nach ein paar schönen Songs und einem leckeren heißen Tee (Türkischer Apfel), ging es mir besser und ich machte mich auf zur Weihnachtsfeier. Auf jedenfall hatte ich mich damit abgefunden, das ich immerhin den Abend nicht alleine verbringen und zumindest am Silvester-Wochenende in die Heimat fahren werde. Unterwegs waren die Straßen leer und sogar im Bus war ich die Einzige. Für eine Großstadt schien München wie verlassen. Nur hier und da gab es ein paar Leute, die sich eilig davonstahlen.
Die Weihnachtsfeier verlief sehr schön. Sie war lustig und unterhaltsam. Wir haben gesungen (ich so gut ich kann mit meiner erkälteten Stimme und verstopften Nase), lecker Fondue gegessen, Geschenke ausgepackt und süßes verspeist. Damit ich so spät nicht unterwegs bin, durften ich und zwei weitere junge Gäste dort übernachten. Nach einer schlaflosen Nacht und einem sehr guten Frühstück bin ich wieder nach Hause gefahren.
Zu Hause angekommen, habe ich alles getan was man macht, wenn man krank ist: nichts! Einfach ausruhen, hinlegen, Tee trinken… “Home sweet Home!”
Heute ist schon Dienstag. Wie schnell Feiertage vergehen können…
Doch jetzt muss ich schnell wieder gesund werden. Ich fahr doch in die Heimat!


