Sweet Friendships

Das Freundschaften gut tun und schön sind, dass wussten wir schon. Aber wusstet ihr, das dauerhafte Einsamkeit genauso schädlich ist wie 15 Zigaretten täglich?

Freunde sind lebenswichtig. Wer keine Freunde und kein gutes Verhältnis zu Verwandten hat, ist stärker von Infarkt, Schlaganfall und anderen Leiden bedroht als Menschen, die überhaupt kein Sport treiben. Wir brauchen also sozialen Rückhalt, um uns aufgehoben zu fühlen und Stress besser abzufangen. Eine Partnerschaft und Freundschaften, um eine innere Stabilität zu erreichen und nicht unter Unsicherheitsgefühlen zu leiden. Studien haben belegt, dass die meisten seelischen Probleme Folge einer mangelnden Bindung zu anderen Menschen sind. Die Gesundheitsgefahren durch mangelnden psychosozialen Austausch sind ähnlich groß wie beim chronischen Konsum von 15 Zigaretten täglich oder wie bei einem Alkoholiker.

Wir brauchen also Freunde, soziale Kontakte für unsere Gesundheit.

Dies erinnert mich an einen Vergleich mit Babys. Trotz guter Ernährung und Hygiene können Neugeborene sterben, wenn sie nicht beachtet werden und keine Beziehung zu Menschen aufbauen können.  
Wir Menschen sind von Natur aus soziale Wesen. Wir brauchen Liebe und Zuneigung. Im heute so hektischen Alltag ist es schwer geworden, für alle Bedürfnisse wie Arbeit, Familie usw. auch Zeit für Freundschaften aufzubringen. Viele haben erst gar keinen Kontakt mehr. Die wissenschaftlichen Studien belegen, dass nicht nur unser Essverhalten und fehlende sportliche Aktivitäten die Gesundheit schädigen, sondern auch Mangel an sozialen Kontakten. 

Schätzt und pflegt eure Freundschaften. Es gibt viele Möglichkeiten neue Kontakte zu knüpfen. Am einfachsten findet man Freunde in Gruppen mit ähnlichen Interessen.

Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft – keinen größeren Reichtum, keine größere Freude.

- Epikur von Samos

Das stille Haus von Orhan Pamuk

Endlich habe ich es geschafft, “Das stille Haus” von Orhan Pamuk fertig zu lesen.

Handlung: Eine türkische Familie zwischen Orient und Okzident
Der Nobelpreisträger Orhan Pamuk vereint in seinem Roman drei Generationen der Famile “Darwinoglu” (übersetzt “Sohn des Darwin”) in dem stillen Haus der Großmutter Fatma. Die Enkelkinder Faruk, Metin und Nilgün besuchen wie jedes Jahr im Sommer, auch 1980 kurz vor dem Militärputsch in der Türkei, ihre Großmutter am Marmarameer. Diese lebt mit ihrem Stiefsohn, dem kleinwüchsigen Recep, zusammen und macht ihm das Leben schwer. Den Tod ihres Mannes hat Fatma nicht wirklich überwunden, noch immer schwebt der Geist des Alkoholikers und Freigeistes über dem Haus und nachts wagt die strenggläubige Fatma endlich, ihm Dinge zu sagen, die sie sich früher nicht getraut hat.
Das Haus wird Zentrum ideologischer Auseinandersetzungen, leidenschaftlicher Liebe und der Geheimnisse der Vergangenheit. Es ist eine Auseinandersetzung zwischen Glaube und Nichtglaube, zwischen Tradition und Moderne. In inneren Monologen wird über das Leben und die politische Einstellung jeder einzelnen Figuren erzählt. Jeder der Enkelkinder erlebt eine Umbruchsphase, jeder auf seine Weise, ohne im Leben ihren Platz zu finden. Verlorene Generationen, hilflos, orientierungslos, aus der schließlich blinde Gewalt gegen sich und andere resultiert. Dabei schwebt über allem die Leere des Lebens, im stillen Haus.

Fazit:
Es ist eines der älteren Bücher, die Orhan Pamuk geschrieben hat (ca. 25 Jahre her), aber dennoch bewundere ich die erzählerische Fähigkeit des Autors. Er schildert mit anhaltender Intensität die einzelnen Charaktere und deren Lebenseinstellung. Durch die wechselnde Perspektive eines Familienmitglieds, entsteht für den Leser ein Puzzle, welches er sich von Kapitel zu Kapitel erschließen muss. Die Beschreibungen lassen einen tief in die einzelnen Figuren eintauchen und ihre persönliche Entwicklung mitmachen. 
Zu bemängeln habe ich persönlich, das abrupte Ende und die vielen ungeklärten Verhältnisse und Sachverhalte zwischen den einzelnen Personen. Dennoch finde ich, dass der Roman ein sehr vielschichtiges Buch ist, das über das Leben nachdenken lässt.

Meine persönliche Bewertung: ♦ ♦ ♦ ♦ 4/5 Sternen

Familienmensch

Ich bin ein richtiger Familienmensch. Obwohl ich 300 km von meinen Eltern, meiner Schwester und meinen anderen Verwandten entfernt lebe, gibt es doch keinen Tag, an dem ich nicht mit einem von ihnen telefoniere. Des öfteren sogar bis mein Ohr zu glühen beginnt. Meine Mutter meint: “Bald wachsen uns Handys an den Ohren!”
Wenn ich in die Heimat fahre muss jeder besucht werden, egal ob auf einen Kaffee oder gleich einen ganzen Tag voller Unternehmungen.
Auch wenn man sich seine Familie nicht aussuchen kann, so ist dennoch ein gewisses unsichtbares Band da, welches uns verbindet. Nach dem Motto “Blut ist dicker als Wasser” hält es uns zusammen und auch nach einer kleinen Auseinandersetzung steht man weiter zueinander. Man kann sich einfach nicht wirklich böse sein.
Mir ist klar, dass das nicht selbstverständlich ist. Nicht jeder kann ein gutes Verhältnis miteinander haben, immerhin sind wir alle verschieden und jeder hat seine eigenen Eigenschaften und eigene Lebensweise. Trotzdem finde ich es schade und traurig, wenn sich Familienmitglieder aus den Augen verlieren. Manchmal muss man seinem Herzen folgen, den Verstand beiseite schieben, über seinen Schatten springen und den geliebten Menschen wiedersehen.

Eine Weisheit aus China sagt: “In einer friedlichen Familie kommt das Glück von allein.” Ich glaube, dass Familien uns Kraft und Mut geben. Bei Problemen finden wir durch sie Rückhalt. Sie sind immer für einen da und das alleine ist schon ein großes Glück!