AI SE EU TE PEGO – Michel Teló

Ein Song der an kalten Tagen Sommergefühle bringt: Ai se eu te pego von Michel Teló.

Dieser Hit hat Platz 2 der deutschen Charts erobert und ist in Brasilien, Spanien, Portugal und Italien bereits auf Platz 1.

Das vom brasilianischen Latino-Sänger Michel Teló gesungene Lied wurde durch Christiano Ronaldo in Europa bekannt gemacht, als dieser nach einem Tor die Choreographie zum Lied tanzte.
Doch spätestens seit Ailton den Hit seinen Mitbewohnern im Dschungelcamp beibrachte, ist er in Deutschland ebenso nicht mehr wegzudenken, wie er vor allem in den Fußball-Stadien zu Hause war.

nossa, nossa                                 krass, krass
assim você me mata                       du bringst mich so um meinen Verstand
ai se eu te pego                            ach, wenn ich dich krieg
ai ai se eu te pego                         ach, ach, wenn ich dich kriege

delícia, delícia                                Schönheit, Schönheit
assim você me mata                        du bringst mich so um meinen Verstand
ai se eu te pego                             ach, wenn ich dich krieg
ai ai se eu te pego                          ach, ach, wenn ich dich kriege

sábado na balada                          Samstag im Club
a galera começou a dançar              fingen die Leute an zu tanzen
e passou a menina mais linda            und dann kam das schönste Mädchen
                                                    vorbei
tomei coragem e comecei a falar       Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen
                                                   und sprach sie an

Schönheitsideale im Wandel

Seit jeher setzen Menschen die unterschiedlichsten Mittel ein, um den jeweils vorherrschenden Schönheitsidealen zu entsprechen, sei es mit Hilfe von Kleidung und Schmuck oder auch durch direkte Veränderungen des Körpers.

Jedes Volk, jede Kultur hat dabei seine eigenen Vorstellungen. Zum Beispiel gibt es die Padaung-Frauen, sog. ”Giraffenfrauen”, die einem Bergvolk im Südosten Myanmars angehören und ihr Hals durch das tragen von mehreren MessiBild aus dem Internetngringen verlängern. In verschiedenen afrikanischen und amerikanieschen Ethnien ist das Einlegen von Scheiben in die Lippen, die sog. “Tellerlippen”, ein Schönheitsideal. Andere Völker dagegen bringen Narben auf ihre Haut an. Diese Mittel dienen jedoch oft einer sozialen Botschaft, wie etwa der Zugehörigkeit zu einer Klasse oder einem Clan.
Im alten China galt es als schön, wenn Frauen ihre Füße zu einem Lotosfuß zusammen banden.  

Das Schönheitsideal hat sich im Laufe der Zeit mehrmals verändert. Lasst uns eine kleine Zeitreise durch die Welt machen und sehen, welche Entwicklung sie in Sachen Schönheit gemacht hat:

Die Grazien (Chariten) waren drei schöne Göttinnen der Freude, des Charmes und der Schönheit im antiken Griechenland.

In der Antike hatten Frauenfiguren eher kleine, aber feste Brüste und dazu ein für heutige Begriffe kräftiges Becken. Die männliche Traumfigur war die des jugendlichen Athleten. Fettleibigkeit galt als begehrtes Wohlstandszeichen.

Weiter zum Mittelalter. Hier war die Frau schön, wenn sie mädchenhaft wirkte. Schlank mit leicht gerundeten Schultern und kleinen festen Brüsten. Trotz der schmalen Hüfte war der Bauch auffällig nach vorne gerundet. Was für den Betrachter wie schwanger aussieht, war bis in das 17. Jahrhundert das Zentrum der erotischen Aufmerksamkeit. Hohe Stirn (Haare wurden am Ansatz ausgerupft), blaue Augen und rosa Wangen umrahmt von blonden gelockten Haaren galten als ideale weibliche Schönheit. Der ideale Mann hatte schmale, aufrechte Schultern und eine nach vorne geschwellte Brust, lange Beine, große Füße.

Venus von Cranach

Zur Zeit der  Renaissance und des Barock kamen dann die Rubensfrauen. Diese waren wohlbeleibt und verfügten über starke Hüften, aber kleinen hochsitzenden Brüsten. Auch im Gesicht ist das Zeichen der Wohlgenährtheit zu finden, wie etwa einen “Doppelkinn”. Die Haut soll schneeweiß sein, die Wangen leicht gerötet und die Lippen auf jedenfall purpurrot.

"Die Toilette der Venus" von Peter Paul Rubens (1577-1640).

Ab Mitte des 17. Jahrhunderts kommen die Korsetts in Mode. Für fast drei Jahrhunderte wird die Sanduhrform zum Zeichen für Weiblichkeit. Männer wie Frauen lassen ihr Gesicht unter einer dicken Schicht weißer Tünche verschwinden und tragen stark parfümierte Perücken.

Im 19. Jahrhundert wurde die Kledung nach der französichen Revolution für eine Weile bequemer und praktischer. Bald aber zwängten sich die Frauen wieder in enge, gesundheitsgefährdende Korsetts. Inzwischen galt es bei Männern unmännlich sich zu schminken und Perücken zu tragen. Bei Frauen galt starkes Make-up zunehmend für moralisch bedenklich.

Reisen wir weiter zum Bürgerlichen Zeitalter. In Kreisen der Romantiker sind bei den Frauen Essig und Zitrone Diäten Kult, während das viktorianische Bürgertum Körperfülle als Zeichen von Wohlstand schätzt. In den 50er und 60ern zählte Marilyn Monroe mit Größe 42 zu den schönsten Frauen. Doch dann kam Twiggy. Nicht nur die dünne Frau galt als schön, sondern auch das auftauchen von Freizeitmode.

Bild aus dem Internet

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts tritt ein Wandel in der Wahrnehmung des Körpers statt: Fett wird mit Trägheit in Verbindung gebracht und Schlankeit steht dagegen für Erfolg und Leistungswillen.

Die Zeitreise zeigt uns auf, dass das Schönheitsideal ein ständiges hin und her ist. Früher war es die schneeweiße Haut, heute ist es die sonnengebräunte. Mal ist es die wohlgeformte Frau und nun die schlanke dünne. Und was wird es morgen sein?

Spieglein, Spieglein an der Wand…

… sag, was ist denn Schönheit überhaupt?

Täglich sieht man sich im Spiegel. Wenn man sich umgezogen hat, wenn man sich wäscht, sich eincremt, schminkt und und und. Und während dieses  “Spiegelblicks” kommt der Moment in dem die Frage gestellt wird: Wie sehe ich aus? Bin ich hübsch? Und wir finden ständig etwas zum Meckern: Die Nase wäre doch so viel schöner, die Lippen sind so schmal, weniger Fett an der Hüfte wäre nicht schlecht… Ihr habt doch sicherlich schon mal eine Freundin oder eine Bekannte sagen gehört: “Ich finde meine Nase nicht schön.” Und ihr seht sie an und denkt: Was redet die da? Die ist doch hübsch und die Nase passt zu ihr!

Heutzutage sind es die Medien, die uns mit Schönheitsnormen bombadieren und denen man versucht zu entsprechen. Durch neueste Entwicklungen wie Silikon, Botox und Co. ist es leichter geworden, diesen Idealen näher zu kommen. Bereits viele Jugendliche denken über Schönheitsoperationen nach und nehmen eine Menge in Kauf um ihren Vorbildern zu ähneln.

Doch die Frage ist eigentlich, was ist überhaupt schön? Im Alltag bezeichnen wir etwas für schön, das einen besonderen Eindruck hinterlässt. Schöne Musikstücke, einen Tanz, Gegenstände und schöne Körper. Wir halten das für schön und richtig, je nachdem, welche “Normen” uns geprägt haben. Schönheit ist also ein abstrakter Begriff, der von unseren Wertvorstellungen geprägt ist. Es gibt z.B. kulturelle und biologische Maßstäbe. Wir empfinden Männer schön, wenn sie stark und kräftig aussehen und Frauen sind schön, wenn sie kurven haben. Dies hat ihren Grund im Sexualtrieb. Es signalisiert dem vermeindlichen Partner: Dieser Mensch ist gesund und kann gesunde Nachfahren zeugen. 
Im Grunde ist die Schönheit so ähnlich wie die Liebe: nämlich Geschmackssache. Irgendwie ist beides miteinander verbunden. Was schön ist, das lieben wir auch. Schönheit bedeutet also nicht für jeden Menschen dasselbe.

Immer mehr Menschen sind mit ihrem Äußeren unzufrieden. Wir sehen in Zeitschriften und Plakaten Stars, die perfekt aussehen: schlanke Figur, reine Haut, lange Beine, glänzende Haare. Doch solche perfekten Körper gibt es in der Realität nicht. Die Models und Schauspieler werden alle geschminkt und die Aufnahmen per Fotoshop bearbeitet. Die Orangenhaut, das “zuviel” an Fett, die Oberweite, alles wird nachbearbeitet. In Wirklichkeit sehen sie nicht anders aus als wir.

Ich bin zufrieden mit mir. Mit meinem Gewicht, meinem Aussehen. Ja, ein wenig mehr Sport und Fitness für die Gesunheit würde nicht schaden, aber an meinem Äußeren etwas ändern? Das brauche und will ich nicht. Wer will schon unechte Brüste haben, die aussehen, als ob man zwei Bälle mit Alleskleber hingedrückt hätte? Man denke nur an D. Katzenberger oder die dauernackte Micaela aus dem Dchungelcamp… Ich persönlich finde das nicht schön.  Manch anderer wahrscheinlich schon!? Möglicherweise denke auch ich in zehn Jahren anders darüber. Wer weiß, vielleicht ändert sich ja mein Geschmack… Ich kann es aber auch verstehen, wenn sich jemand aus gesundheitlichen Gründen für eine Schönheits-OP entscheidet. Aber bei vielen Frage ich mich, muss das denn sein? Und denke allein an die Risiken, die mit solchen OP`s verbunden sind…

Ich frage mich: Kann man sich denn nicht so lieben wie man ist? Ich glaube das jeder Mensch, ob Frau oder Mann, hübsch ist, wenn er nur daraus etwas macht. Wir sollten froh sein, das wir gesund sind und darüber nachdenken, dass es uns schlechter gehen könnte. Es gibt Menschen die Erkrankungen im Gesicht haben oder auf der Haut und die alles dafür geben würden, um so wie wir zu sein. Und wir sollten das nächste mal, wenn wir in den Spiegel einen Blick werfen, uns zuzwinkern und sagen: “Verdammt nochmal, sehe ich gut aus!” ;)

OP`s können auch schief gehen:

Jocelyn Wildenstein aus Internet

Verwöhnprogramm

Die letzten drei Tage habe ich es mir richtig gut gehen lassen.
Am Wochenende habe ich den Film “Rubbeldiekatz” gesehen, der schon seit einigen Wochen in den Kinos läuft . Ein schöner Film mit Lachgarantie. Viel will ich nicht verraten, aber sieht Matthias Schweighöfer als Frau nicht hinreißend aus? Also wenn ich “ihr” auf der Straße begegnen würde, würde ich nicht an ihrer Weiblichkeit zweifeln ;)
Übrigens hat Alexandra Maria Lara meine Frisur! Ich meine natürlich, dass ich den selben Haarschnitt habe, wie sie im Film…

Nicht nur das ich im Kino war hat mir gut getan, sondern auch das leckere indische Essen (Mhmm…) und mein gestriger Besuch im Hamam, welches mein Geburtstagsgeschenk für MelC war.
Die wohltuende Wärme und heißes und kaltes Wasser im Wechsel haben unseren Körpern sehr gut getan. Zur Verfügung stand auch ein Salzpeeling mit Zitronenaroma. Unsere Haut ist jetzt butterweich! Am liebsten wären wir gar nicht mehr raus… Ich kann einen Hamambesuch nur empfehlen! Hat sich auf jedenfall gelohnt. Wir planen bereits einen erneuten Besuch :)

Sweet Friendships

Das Freundschaften gut tun und schön sind, dass wussten wir schon. Aber wusstet ihr, das dauerhafte Einsamkeit genauso schädlich ist wie 15 Zigaretten täglich?

Freunde sind lebenswichtig. Wer keine Freunde und kein gutes Verhältnis zu Verwandten hat, ist stärker von Infarkt, Schlaganfall und anderen Leiden bedroht als Menschen, die überhaupt kein Sport treiben. Wir brauchen also sozialen Rückhalt, um uns aufgehoben zu fühlen und Stress besser abzufangen. Eine Partnerschaft und Freundschaften, um eine innere Stabilität zu erreichen und nicht unter Unsicherheitsgefühlen zu leiden. Studien haben belegt, dass die meisten seelischen Probleme Folge einer mangelnden Bindung zu anderen Menschen sind. Die Gesundheitsgefahren durch mangelnden psychosozialen Austausch sind ähnlich groß wie beim chronischen Konsum von 15 Zigaretten täglich oder wie bei einem Alkoholiker.

Wir brauchen also Freunde, soziale Kontakte für unsere Gesundheit.

Dies erinnert mich an einen Vergleich mit Babys. Trotz guter Ernährung und Hygiene können Neugeborene sterben, wenn sie nicht beachtet werden und keine Beziehung zu Menschen aufbauen können.  
Wir Menschen sind von Natur aus soziale Wesen. Wir brauchen Liebe und Zuneigung. Im heute so hektischen Alltag ist es schwer geworden, für alle Bedürfnisse wie Arbeit, Familie usw. auch Zeit für Freundschaften aufzubringen. Viele haben erst gar keinen Kontakt mehr. Die wissenschaftlichen Studien belegen, dass nicht nur unser Essverhalten und fehlende sportliche Aktivitäten die Gesundheit schädigen, sondern auch Mangel an sozialen Kontakten. 

Schätzt und pflegt eure Freundschaften. Es gibt viele Möglichkeiten neue Kontakte zu knüpfen. Am einfachsten findet man Freunde in Gruppen mit ähnlichen Interessen.

Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft – keinen größeren Reichtum, keine größere Freude.

- Epikur von Samos

Wünsch` dir was

Viele haben Wünsche und es kommt selten vor, dass man wunschlos glücklich ist. Es gibt nur wenige Momente in denen man sagen kann: Ja, ich bin glücklich. Irgendetwas gibt es immer, das man haben oder erreichen möchte. Sei es ein Gegenstand oder Erfolg und Glück.
Aber leider erfüllen sich die eigenen Wünsche nicht immer. Manchmal hat das Leben einen eigenen Plan dem man nicht ausweichen kann. Dennoch dürfen wir nicht aufgeben unseren Träumen zu folgen. Mit ein wenig Hoffnung und etwas Optimismus ist es möglich, Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen. Wir müssen nur ganz fest dran glauben und unseren Wunsch abschicken.
Doch darin liegt oft das Problem. Man wünscht sich was und dann denkt man für eine weile nicht mehr daran. Irgendwann fragt man sich, wieso es sich nicht erfüllt hat. Dabei ist es wichtig, das man Wünsche aktiviert, sie also manifestiert. Dies geschieht zum Beispiel in dem man sich seinen Wunsch notiert.

Auf meinem Blog hast du die Möglichkeit, deinen Wunsch beim Wunschbaum zu festigen.

Dabei sind folgende Regeln zu beachten:

1. Positive Formulierungen verwenden: Wörter wie „nicht“ oder „kein“ sind kontraproduktiv

2. Konkret formulieren: z.B. “Bis Januar ist mein Konto im Plus.”

3. In der Gegenwartsform schreiben: „ich bin“, aber nicht „ich will“, sondern „ich habe“

4. Sollte Nr. 3 schwer fallen, kann der Wunsch auch auf den inneren Zustand bezogen werden: “Ich bin offen für…”

Nach dem du den Wunsch abgeschickt hast, ist es wichtig den Wunsch loszulassen. Tu einfach so, als ob es sich schon erfüllt hat und bedanke dich dafür. Schließlich bestellt man in einem Versandhaus ja auch nicht immer wieder das Gleiche. Man vertraut darauf, dass das Bestellte kommen wird.

Schließlich darfst du dich nicht festlegen, wie dein Wunsch erfüllt wird. Sei offen für mögliche Realisierungen des Wunsches und achte auf Zufälle, denn meist kommt es ganz anders als erwartet.

Nun wünsche ich dir viel Glück & Erfolg beim Wünschen!

„Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen, Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden.“ – Johann Wolfgang von Goethe

Geburtstag mal Zwei

Geburtstage sind was schönes. Das ist immerhin meine Meinung. Manche feiern ihn gar nicht und einige wenige  haben das Vergnügen – oder auch Unvergnügen, dass kommt auf die Betrachtungsweise an – zweimal im Jahr Geburtstag zu haben.
Hä? Wie das?
Nun, ich kenne da jemanden. Nämlich meine Mum! Sie hat zwei Geburtstage. Ihr werdet euch sicherlich fragen, woher das denn kommt. Also das ist so: Als meine Mum in der Türkei auf die Welt kam – in einem Dorf, ca. 100 km von Izmir entfernt  – hatte mein Opa anscheinend keine Lust, sie sofort in der nächstgelegenen Behörde anzumelden. Das war damals so üblich. Man hat keinen großen Wert auf Geburtstage gelegt. Weder auf das richtige Datum, noch auf eine schöne Feier. Heutzutage ist das zum Glück nicht mehr so. Puh…
Daher steht im Pass meiner Mum der 26. August 1965. Meine Oma ist sich aber ganz sicher, dass es in Wirklichkeit der 18. Janaur ist. Trotzdem hat meine Mum immer den 26. August als ihren Geburtstag angesehen. So wuchsen wir dann auf, bis wir Kinder eines Tages die Wahrheit erfuhren. Wann sollten wir jetzt feiern? Wann sollte es die Geschenke geben?

Für meine Mum ist der Geburtstag ein ganz gewöhnlicher Tag. Sie hält nichts von großen Feiern und Geschenken. Sie sagt, für sie ist jeder Tag Geburtstag und Muttertag. Das muss nicht extra gefeiert werden. Dennoch ist sie selbst etwas verwirrt. Ist sie jetzt Steinbock oder doch Jungfrau? Welchen Tag soll sie bei Freunden angeben? Und auch wenn man nicht an Horoskope oder Astrologie glaubt, ist es nicht irgendwie gut zu wissen, wann Burzeltag ist? Wenn ich mir vorstelle, dass ich selbst nicht wüsste, wann ich wirklich Geburtstag habe, hätte ich vermutlich eine Art Identitätsproblem. Eigentlich ist es egal und dennoch ist es wichtig. Denn jeder kennt seinen Tag und daran orientiert man sich. 

Wir handhaben das jetzt so, dass wir an beiden Tagen zum Geburtstag gratulieren. Und das mit den Geschenken ist so eine Sache… Wenn es nach meiner Mum geht, will sie nichts. Sie ist wunschlos glücklich. Aber etwas kleines bekommt sie dennoch. Einmal im Jahr. Und Kuchen kann man sowieso nie genug haben. Geburtstag mal Zwei stellt somit gar kein Problem dar, hauptsache das Geburtsjahr stimmt.

Wachgeküsst

Sie war wunderschön. Ihre langen braunen Haare fielen glatt ihren Rücken herab und umrundeten ihr ernstes Gesicht, wodurch ihr etwas sanftes und vertrauenswürdiges verliehen wurde. Sie war blass, so weiß wie ihr Kleid, welches ihren zarten Körper umspielte. Dennoch umgab sie eine leuchtende Aura. Fast geisterhaft wirkte sie, als sie auf mich zugeschwebt kam. Sie erhob ihren dünnen Arm und drückte mit ihrem langen knöchigen Zeigefinger gegen meine Stirn. Genau an die Stelle zwischen meinen beiden Augen. Gegen mein Drittes Auge.  Ich sah halbgelähmt dem Geschehen zu. Wer war diese Frau? “Wer bist du?”, presste ich aus mir heraus und sah ihr dabei in ihre treuen braunen Augen, die wie Mandeln in ihr Gesicht gezeichnet waren. Ohne eine Veränderung ihrer Mimik antwortete sie mit einer aussagekräftigen, aber liebevollen Stimme: “Marina.”
Sie nahm ihre Hand zurück, trat näher an mich heran. Ich konnte mich nicht fortbewegen. Nein, ich wollte es auch gar nicht. Ich war fasziniert von ihr, sogar versteinert. Ich sah wie sich ihr Mund dem meinen näherte. Sie hatte schöne Lippen. Dann, als sie nah genug war, küsste sie mich auf den Mund. In meinem Kopf drehte sich alles. Wer war diese Frau? Wieso küsste sie mich? Aber ich konnte mich nicht fortbewegen. Ihre Lippen verharrten lange auf meinen.
Verwirrt öffnete ich meine Augen und stellte im dunkel meines Zimmers fest: Es war ein Traum. Ein seltsamer Traum. Hatte es eine Bedeutung? Ich fragte mich, was sie mir mitteilen wollte. Und am nächsten Tag habe ich angefangen das Buch Marina zu lesen.